Silberadler – Die 5 DM Umlaufmünzen von 1951-1974


5 Deutsche Mark Silberadler (im Volksmund "Heiermann")
5-Mark-Münzen haben in der deutschen Währungsgeschichte eine lange Tradition. Schon im Deutschen Kaiserreich wurden 5-Mark-Münzen geprägt, die jedoch deutlich schwerer und größer als das spätere 5-DM-Stück waren. Nachdem es auch in der Weimarer Republik den "Eichbaum" im Wert von 5 Mark gab, wurde diese Tradition nach 1933 mit den 5 Reichsmark Paul von Hindenburg und Garnisonskirche in 900er Silber fortgesetzt.
Auch nach der Währungsreform entschied man sich bei der neuen 5-DM-Umlaufmünze für Silber als Münzmetall. Silbermünzen als größere Nominale waren damals auch in anderen europäischen Ländern noch gebräuchlich. So bestanden beispielsweise die italienischen 500 Lire-Münzen und zeitweise auch das französiche 5 Francs-Stück "Säerin" aus Silber.
Was ist ein Silberadler?
Mit dem Gesetz über die Ausprägung von Scheidemünzen vom 8. Juli 1950 ging das Münzausgaberecht von der Bank deutscher Länder auf den Bund über. Seitdem trugen die neuen Münzen die Umschrift „Bundesrepublik Deutschland“.
Zu diesen frühen Bundesmünzen gehörte auch das ab 1951 geprägte silberne Fünfmarkstück. Der Entwurf stammt von Albert Holl aus Schwäbisch Gmünd. Die Wertseite zeigt die große Wertzahl 5 mit der Umschrift „Deutsche Mark“, die andere Seite den Bundesadler. Die Randinschrift lautet „Einigkeit und Recht und Freiheit“.
Mit 29 Millimetern Durchmesser und einem Gewicht von 11,2 Gramm war der Silberadler eine stattliche Umlaufmünze. Er bestand aus 625/1000 Silber und enthält genau 7 Gramm Feinsilber. Im Volksmund wurde das Fünfmarkstück auch „Heiermann“ genannt.
Die gleichen technischen Daten haben auch die 5 DM Gedenkmünzen aus Silber, die bis 1979 ausgegeben wurden.

Aufbewahrungskassette für die Sammlung 5 DM Silbermünzen
Jahrgänge und Prägestätten
Von 1951 bis 1974 wurden die Silberadler in den vier westdeutschen Münzstätten München (D), Stuttgart (F), Karlsruhe (G) und Hamburg (J) geprägt. Nicht jeder Jahrgang wurde von jeder Prägestätte hergestellt.
Für Sammler ist deshalb nicht allein die Jahreszahl entscheidend, sondern die Kombination aus Jahrgang und Prägebuchstaben. Insgesamt gibt es 73 verschiedene Kombinationen aus Jahrgang und Prägestätte.
Die meisten Silberadler wurden in großen Stückzahlen für den täglichen Zahlungsverkehr geprägt. Bei diesen Münzen wird der Wert heute wesentlich durch die enthaltenen 7 Gramm Feinsilber bestimmt. Einzelne Jahrgänge und Prägestätten können jedoch einen deutlich höheren Sammlerwert besitzen.
5 DM 1958 J – der seltenste Silberadler
Die mit Abstand bekannteste und seltenste Ausgabe ist der Silberadler 1958 J aus der Hamburgischen Münze. Von ihm wurden lediglich 60.000 Exemplare geprägt.
Die Ausgabe 1958 J zeigt zugleich, warum Silberadler bei der Bewertung einer Münzsammlung nicht pauschal nur nach ihrem Silbergehalt beurteilt werden sollten. Neben den häufigen Jahrgängen können sich auch Stücke mit höherem Sammlerwert in einer Sammlung befinden.
Dem 5-DM-Stück 1958 J ist hier wegen seiner besonderen Stellung eine eigene Seite gewidmet.
Warum wurde der Silberadler 1975 ersetzt?
1975 endete die Zeit des silbernen Fünfmarkstücks als Umlaufmünze. Die neue 5-DM-Münze bestand aus einem dreischichtigen Werkstoff mit Kupfernickel-Deckschichten und einem Nickelkern. Dieser Werkstoff wurde als Magnimat bezeichnet.
Ein wesentlicher Grund für die Umstellung waren die Anforderungen des zunehmenden Automatenverkehrs. Die magnetischen Eigenschaften der neuen Münzen ermöglichten eine bessere maschinelle Prüfung als bei den bisherigen Silbermünzen.
Die Silberadler wurden zum 1. August 1975 außer Kurs gesetzt. Die neuen 5-DM-Umlaufmünzen waren mit 10 Gramm etwas leichter, behielten aber den Durchmesser von 29 Millimetern. Interessant ist der Vergleich mit den 5-DM-Gedenkmünzen: Während das Fünfmarkstück für den täglichen Zahlungsverkehr bereits 1975 sein Silber verlor, wurden die 5-DM-Gedenkmünzen noch bis 1979 aus 625er Silber weitergeprägt.


5 DM in Kupfer/Nickel - Magnimat
Silberadler und Sammlungen bewerten und verkaufen
Bei den häufigen Silberadlern bildet der Silbergehalt heute einen wesentlichen Teil des Wertes. Einzelne Ausgaben und besonders gut erhaltene Stücke können jedoch einen darüber hinausgehenden Sammlerwert besitzen.
Wenn Sie eine Sammlung mit Silberadlern verkaufen möchten, müssen Sie die Münzen nicht vorher nach Jahrgängen und Prägestätten sortieren. Lassen Sie die Sammlung möglichst in ihrem ursprünglichen Zustand und reinigen Sie die Münzen nicht. Bei der Bewertung berücksichtigen wir neben dem Silberwert auch seltenere Ausgaben und die Erhaltung der Münzen.