Franc, Französische Währung

20 Francs Gold20 Francs Goldmünze
20 Francs Marianne / schreitender Hahn 1909 6,45 Gramm Gold 900/1000

Der Franc, Abkürzung FF für Franc Francais, war bis zur Einführung des Euro französische Währung und mit seiner Unterteilung, 1 Franc = 100 Centimes, die erste reine Dezimalwährung in Europa, die während der französischen Revolution eingeführt wurde.
Der Name Franc war zunächst eine Bezeichnung im französischen Volk für Goldmünzen, die ab 1360 unter König Johann II. eingeführt wurden, dem Franc à cheval. Sie trugen das Bildnis des berittenen Königs und die lateinische Aufprägung 'Johannes Dei Gratia Francorum Rex', zu deutsch: 'Johannes, König der Franken von Gottes Gnaden'. Von Francorum wurde die Volksbezeichnung "Franc" abgeleitet.
Erst im Jahr 1795 wurde der Franc die offizielle nationale Währung Frankreichs und löste den zuvor gültigen Livre ab.
Während der Franc wiederum mit der Einführung des Euro-Bargelds am 1.Januar 2002 in Frankreich abgelöst wurde, ist er bis heute die offizielle Währungsbezeichnungen in etlichen vormaligen französischen Kolonien geblieben.

Die letzte Stückelung der Franc-Währung vor Einführung des Euro sah wie folgt aus:

Münzen: 5, 10, 20, 50 Centimes; 1, 2, 5, 10 Francs Silber Marianne und Herkules, 20 Francs
Noten: 20, 50, 100, 200, 500 Francs

Der heutige Euro-Cent wird bis heute in Frankreich Centime genannt; ebenso halten sich im alltäglichen Sprachgebrauch auch noch vormalige Münzbezeichnungen, Beispiel Sou für
5 Centimes.
Offiziell war der Franc ab dem 17. Februar 2002 nicht weiter gesetzliches Zahlungsmittel;
Münzen konnten jedoch bis zum 17. Februar 2005 bei der Banque de France umgetauscht werden, Banknoten bis zum 17. Februar 2012.

Frankreich 5 Francs SäerinFrankreich 5 Francs Säerin 1971
Frankreich 5 Francs Säerin 1971 CuNi

Die Geschichte des Franc

verlief nach dem 2.Weltkrieg reichlich turbulent, da sie teilweise von extrem hohen Inflationsraten und von Abwertungen des FF, resp. Aufwertungen harter Vergleichswährungen wie z.B. der Deutschen Mark, geprägt war. Eine Währungsreform wie in Deutschland hatte es in Frankreich nach dem Weltkrieg nicht gegeben.
Einige Beispiele aus den Anfangsjahren nach dem Krieg illustrieren den dramatischen Wertverlust des FF:
Wechselkurs 1945: FF zum Britischen Pfund = 480:1; FF zum US-Dollar = 119:1
1949: 980:1 350:1
1957/ 1958: 1382:1 494:1
Durch hohe Inflationsraten machten bei der Preisentwicklung "viele Nullen" den FF "rechnerisch unhandlich". 1958 beschloss man daher die Einführung eines Nouveau Franc (NF), der dann am 1.Januar 1960 auch eingeführt wurde. Ein neuer entsprach 100 alten Francs, sodass die alten Franc-Münzen als Centimes weiterhin Verwendung fanden.
Die beiden Ölkrisen von 1973/1974 und 1979/1980 verschärften zusätzlich die bereits hohe Inflation; daher kam es im EG-Raum (Vorläufer der EU) zu einer sogenannten Stagflation, stagnierendes Wirtschaftswachstum bei inflationärer Preisentwicklung, von der vor allem Frankreich und Großbritannien betroffen war.
Zusätzlich wurde die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft währed der Präsidentschaft von Francois Mitterand (1981 - 1995) u.a. durch Verstaatlichungen, Einführung der 39-Stunden-Woche und Verkürzung der Lebensarbeitszeit geschwächt, ohne dass diese Maßnahmen durch entsprechenden Produktivitätszuwachs gedeckt waren.
Als 1989/1990 Deutschland die Wiedervereinigung anstrebte, machte Präsident Mitterand die französische Zustimmung von einer Einführung einer gemeinsamen EU-Währung abhängig, der Kanzler Kohl zustimmte. Im Februar 1992 wurde der entsprechende Vertrag von Maastricht ratifiziert; am 1.Januar 1999 wurden die Kurse aller daran teilnehmenden Länder fixiert, und deren Notenbanken rechneten und bilanzierten von da an in Euro.

Frankreich 6,55957 FrancsFrankreich 6,55957 Francs 1999
Silber Gedenkmünze 6,55957 Francs 1999 - entspricht 1 Euro (offizieller Umrechnungskurs Frankreichs)

Goldfranken, Gfr.
waren keine Realwährung, sondern zwischen 1920 und 2003 eine internationale Abrechnungswährung für Leistungen/Dienstleistungen im Post- und Fernmeldewesen. Entsprechend haben Goldfranken als Realmünze niemals in Frankreich existiert, fiktiv entsprach er dem von Napoléon Bonaparte 1803 gesetzlich festgelegten Franc germinal.
Die Frankenwährung der lateinischen Münzunion diente bis zum Weltpostkongress 1920 in Madrid zwischen den Postvereinsländern als Grundlage für Gebührenordnungen und internationale Abrechnungen. Bis zu Beginn des 1. Weltkriegs ging man davon aus, dass Gold-Franken ein unveränderlicher Wertmaßstab seien, gleichgültig, ob man sich in der Preisordnung oder bei Zahlungen des französischen Franc oder des schweizerischen Franken bediente.
Mit dem Kongress in Madrid begann man, ein komplexes System und Regelwerk von Währungen und Goldparitäten zu entwickeln, das den kriegsbedingt völlig verschobenen Währungen der Frankenländer Rechnung trug.

Im Jahr 1800 wird die Banque de France gegründet. Im Jahr XI des republikanischen Kalenders (7. April 1803) wird unter Napoleon der Bimetallismus eingeführt: 1 Francs = 0,3225 g Gold 900/1000 bzw. 5 g Silber 900/1000. Das entspricht einem Umtauschverhältnis zwischen Gold und Silber von 1:15,5.

Frankreich 40 Francs Bonaparte GoldmünzeFrankreich 40 Francs Bonaparte Goldmünze ans 12
Goldmünze 40 Francs Bonaparte Premier Consul - an 12 - Französische Republik 1803 in Paris geprägt (Kupferstecher Pierre-Joseph Tiolier

Goldmünzen
Wie oben bereits erwähnt, wurden unter König Johann II. Goldmünzen geprägt und gelangten in den Zahlungsverkehr. In der Folgezeit ist die französische Münzgeschichte reich an der Ausgabe von Goldmünzen. Besonders bekannt sind z.B. die "Louis d'or", die unter den Königen Ludwig XIV. und Ludwig XV. geprägt wurden und häufig auch als königliche Anerkennung für besondere Verdienste ausgegeben wurden.
Zu Francs-Zeiten wurden zahlreiche Goldmünzen geprägt. Ihre Nominalwerte reichen von einem Franc über 5, 10, 20, 50, 100 bis 500 Francs.

Frankreich 20 Francs 1814 Louis XVIIIFrankreich 20 Francs gold Louis XVIII
Frankreich 20 Francs 1814 Louis XVIII

Frankreich 20 Francs 1831 Louis PhilippeFrankreich 20 Francs gold Louis Philippe
Frankreich 20 Francs 1831 Louis Philippe

Frankreich 50 Francs Napoleon GoldmünzeFrankreich 50 Francs Napoleon Goldmünze 1858
Frankreich 50 Francs Napoleon III Empereur 1853

In der Regel werden Edelmetallmünzen zu Preisen gehandelt, die sich an tagesaktuellen Metallwerten orientieren. Seltene und begehrte Münzen werden hingegen mit teilweise erheblichen Liebhaber- resp. Sammleraufschlägen ge- und verkauft.

Frankreich 5 Francs Napoleon III 1870 SilberFrankreich 5 Francs Napoleon III 1870
Frankreich 5 Francs Napoleon III 1870 25 Gramm Silber 900

Wenn Sie sich für französische Münzen interessieren, empfehlen wir folgende weiterführende Literatur:

- Französischer Münzkatalog: Le Franc IX : Les Monnaies 1795-2001 - Edition Chevau-légers Cotation des Monnaies de 1795 à 2001.Tous les types monétaires reproduits en couleurs avers et revers. Cotation pour 6 états de conservations, 4.800 monnaies répertoriées, 540 farbige Seiten. 2011.
- J. Duplessy: Monnaies royales françaises de Hugues Capet à Louis XVI 
- V. Gadoury: Monnaies françaises 1789-2003. Monte Carlo 2003. und ders.: Monnaies coloniales françaises 1670-1980. Monte Carlo 1979.
- J. Lecompte: Monnaies et Jetons des Colonies Françaises. Monaco. 2000.

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