2 Deutsche Mark 1951 Ähren und Trauben

Die erste Zweimarkmünze der Bundesrepublik Deutschland erschien am 8. Mai 1951. Wegen ihres Münzbildes mit Ähren, Weinblättern und Trauben wird sie unter Sammlern meist kurz als „Ähren und Trauben“ bezeichnet.
Lange blieb sie nicht im Umlauf. Bereits zum 1. Juli 1958 wurde sie außer Kurs gesetzt. Das macht die Münze heute auf den ersten Blick interessanter, als es ihre Seltenheit vermuten lässt: Von den 2-DM-Stücken des Jahres 1951 wurden insgesamt mehr als 75 Millionen Exemplare geprägt.

2 Mark Ähren und Trauben2 Mark Ähren und Trauben 1951
Erstes Zweimarkstück der Bundesrepublik Deutschland. Gültig bis zum 30.6.1958

Warum verschwand die 2-DM-Münze schon 1958?

Der Grund für die ungewöhnlich frühe Außerkurssetzung war ausgesprochen praktisch: Es bestand Verwechslungsgefahr mit dem 1-DM-Stück.
Die eingezogenen Zweimarkstücke wurden in Hamburg und Stuttgart eingeschmolzen. Das Metall wurde anschließend wieder zur Herstellung von Ronden für 1-DM-Münzen und die nachfolgenden 2-DM-Stücke verwendet.
Nachfolger wurde die ab 1957 geprägte größere Zweimarkmünze mit dem Porträt des Physikers Max Planck.
Die 2 DM „Ähren und Trauben“ nimmt unter den DM-Umlaufmünzen noch aus einem anderen Grund eine Sonderstellung ein: Sie gehört nicht zu den DM-Münzen, die heute noch bei der Deutschen Bundesbank in Euro umgetauscht werden können. Ihr ehemaliger Nennwert hat daher keine Bedeutung mehr; geblieben ist ihr Sammlerwert.

Eigentlich war die Jahreszahl 1950 vorgesehen

Eine weniger bekannte Besonderheit betrifft die Jahreszahl. Die Urwerkzeuge wurden ursprünglich mit 1950 hergestellt. Da die Münzstätten jedoch erst 1951 mit der Prägung begannen, wurde die Jahreszahl entsprechend geändert.
Im Jaeger-Katalog wird darüber hinaus berichtet, dass eine geringe Stückzahl 1950 D an die Hauptkasse der Bundesbank geliefert worden sein soll. Solche Stücke waren dem Katalog zufolge jedoch nicht bekannt geworden.
Die regulär ausgegebenen Zweimarkstücke dieses Typs tragen sämtlich die Jahreszahl 1951.

Was ist eine 2-DM-Münze von 1951 wert?

Bei einer Münze mit einer Gesamtauflage von mehr als 75 Millionen Stück sollte man von gewöhnlichen Exemplaren keine Seltenheit erwarten. Entscheidend ist vielmehr die Erhaltung.
Die meisten heute vorhandenen Stücke waren tatsächlich im Umlauf und zeigen entsprechende Gebrauchsspuren. Anders sieht es bei außergewöhnlich gut erhaltenen Münzen aus. Auch Abschläge in Polierter Platte (PP) sind wesentlich seltener als die normalen Umlaufprägungen.
Eine pauschale Wertangabe für „2 Mark 1951“ ist deshalb wenig sinnvoll. Prägestätte, Erhaltung und Ausführung müssen zusammen betrachtet werden.
Die Münze besteht übrigens aus Kupfernickel (75 % Kupfer, 25 % Nickel) und enthält – anders als verschiedene frühe 5-DM-Münzen der Bundesrepublik – kein Silber.

Eine typische Münze in alten DM-Sammlungen

Obwohl die 2 Mark „Ähren und Trauben“ nur wenige Jahre gültig war, findet sie sich häufig in Sammlungen deutscher Nachkriegsmünzen. Dort liegt sie oft neben ihrem Nachfolger, der 2-DM-Münze Max Planck, und den späteren Zweimarkstücken mit den Porträts bedeutender deutscher Persönlichkeiten.
Gerade bei solchen älteren Sammlungen ist es wenig sinnvoll, einzelne Münzen allein nach ihrem Alter herauszugreifen. Häufig sind bessere Jahrgänge und Erhaltungen oder andere interessante Stücke Bestandteil derselben Sammlung.
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Quelle für die historischen Angaben und Prägezahlen: Jaeger, Die deutschen Münzen seit 1871, 14. Auflage.

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