2 Deutsche Mark Max Planck 1957–1971
Die Zweimarkmünze mit dem Porträt des Physikers Max Planck gehört zu den bekanntesten Kursmünzen der Bundesrepublik Deutschland. Sie wurde von 1957 bis 1971 geprägt und findet sich bis heute in zahllosen Münzalben, Schubladen und Nachlässen.
Viele Menschen haben diese Münzen über Jahrzehnte aufbewahrt. Man sammelte die verschiedenen Jahrgänge und Münzzeichen, gelegentlich auch größere Mengen gleicher Stücke. Nicht selten verbindet sich damit die Vorstellung, dass diese alten Zweimarkstücke inzwischen besonders wertvoll sein müssten.
Tatsächlich wurden die meisten Max-Planck-Münzen in Millionenauflagen hergestellt. Dennoch besitzt die Münze einige interessante Besonderheiten – darunter eine, die uns als Münzhändler noch viele Jahre nach dem Ende der D-Mark beschäftigt hat.


Der Nachfolger der 2 DM „Ähren und Trauben“
Die Max-Planck-Münze war das zweite Zweimarkstück der Bundesrepublik Deutschland. Ihr Vorgänger, die 2 DM von 1951 mit Ähren und Trauben, war nur wenige Jahre im Umlauf. Wegen der Verwechslungsgefahr mit dem 1-DM-Stück wurde diese Münze zum 1. Juli 1958 außer Kurs gesetzt.
Die neue Zweimarkmünze war etwas größer und zeigte erstmals das Porträt einer bedeutenden Persönlichkeit: Max Planck (1858–1947), Physiker und Begründer der Quantentheorie.
Der Entwurf stammt von Karl Roth aus München. Die ersten Münzen tragen bereits die Jahreszahl 1957, ausgegeben wurden sie am 21. Juni 1958, dem Jahr des 100. Geburtstags von Max Planck.
Warum die Bundesbank Max-Planck-Münzen von Hand zählen musste
Eine wenig bekannte Besonderheit der Max-Planck-Münzen zeigte sich noch Jahrzehnte nach ihrer Außerkurssetzung bei der Deutschen Bundesbank.
Die Max-Planck-Zweier bestehen aus einer einheitlichen Kupfer-Nickel-Legierung. Ihre Nachfolger mit den Porträts von Konrad Adenauer, Theodor Heuss und weiteren Persönlichkeiten wurden dagegen aus dem dreischichtigen Werkstoff Magnimat hergestellt. Zwischen den beiden äußeren Kupfer-Nickel-Schichten befindet sich ein Kern aus reinem Nickel.
Obwohl beide Münztypen denselben Durchmesser von 26,75 Millimetern besitzen und jeweils sieben Gramm wiegen, unterscheiden sie sich dadurch in ihren magnetischen Eigenschaften. Das spielte bei der maschinellen Münzprüfung eine Rolle.
Aus meiner eigenen Händlerpraxis kenne ich noch die Zeit, als die Sortiermaschinen der Bundesbank Max-Planck-Münzen auswarfen. Die ausgesonderten Zweimarkstücke mussten anschließend von Hand gezählt werden.
Mit der neueren Maschinengeneration hat sich das geändert. Heute erkennen und zählen die entsprechenden Geräte auch die alten Max-Planck-Münzen.
Eine kleine technische Besonderheit, die zeigt, dass sich zwei äußerlich sehr ähnliche Münzen im praktischen Umgang erheblich unterscheiden können.
15 Jahrgänge und vier Prägestätten
Die Max-Planck-Münzen wurden mit den Jahreszahlen 1957 bis 1971 hergestellt. Die vier westdeutschen Prägestätten waren:
D – München
F – Stuttgart
G – Karlsruhe
J – Hamburg
Nicht in jedem Jahr wurden alle vier Münzzeichen ausgegeben.
Wer damals systematisch sammelte, versuchte häufig, möglichst viele Jahrgänge und Prägestätten zusammenzutragen. Deshalb finden sich heute noch komplette oder nahezu vollständige Serien in alten Münzalben.
Bereits vom ersten Jahrgang 1957 wurden rund 27,6 Millionen Exemplare geprägt. Im Jahr 1958 waren es sogar nahezu 50 Millionen Stück.
Diese hohen Auflagen erklären, weshalb die Max-Planck-Münze trotz ihres Alters keineswegs selten ist.
Was sind 2-DM-Max-Planck-Münzen heute wert?
Bei den meisten Max-Planck-Münzen handelt es sich um gewöhnliche Umlaufstücke, die über Jahre hinweg im Zahlungsverkehr verwendet wurden.
Ihr Sammlerwert ist entsprechend begrenzt. Dass eine Münze seit fünfzig oder sechzig Jahren sorgfältig in einem Album aufbewahrt wurde, bedeutet leider nicht, dass sie dadurch besonders wertvoll geworden ist.
Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den Jahrgängen und Prägestätten. Beispielsweise ist die Ausgabe 1959 F mit ihrer vergleichsweise niedrigen Auflage interessanter als viele andere Max-Planck-Zweier.
Von Bedeutung ist außerdem die Erhaltung. Eine Münze, die tatsächlich nie im Umlauf war und noch ihren ursprünglichen Prägeglanz besitzt, ist anders zu beurteilen als ein stark abgenutztes Exemplar.
Besondere Sammlerausführungen, meist aus Kursmünzensätzen wurden in Polierter Platte geprägt..
Bei der Bewertung sollte man deshalb zwischen gewöhnlichen Umlaufmünzen und tatsächlich sammelwürdigen Ausgaben unterscheiden.
Seit 1973 außer Kurs – trotzdem noch umtauschbar
Eine weitere Besonderheit überrascht viele Besitzer alter DM-Münzen. Die Max-Planck-Zweimarkstücke wurden bereits zum 1. August 1973 außer Kurs gesetzt. Sie waren also schon lange vor Einführung des Euro kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr.
Trotzdem können sie noch heute bei der Deutschen Bundesbank zum amtlichen Umrechnungskurs in Euro umgetauscht werden.
Für eine Münze zu 2 DM ergibt sich ein Umtauschwert von rund 1,02 Euro.
Anders verhält es sich mit ihrem Vorgänger von 1951. Die Zweimarkmünze „Ähren und Trauben“ ist vom Umtausch ausgeschlossen und besitzt nur noch einen möglichen Sammlerwert.
Damit bleibt den gewöhnlichen Max-Planck-Münzen zumindest ihr ehemaliger Nennwert erhalten.
Warum wurden so viele Max-Planck-Münzen gesammelt?
Die Max-Planck-Zweier waren für viele Menschen ein naheliegender Einstieg in das Münzensammeln.
Es gab unterschiedliche Jahreszahlen und Prägestätten, die Münzen waren leicht zu erkennen und ließen sich unmittelbar aus dem Umlauf zusammentragen. Hinzu kam das Porträt eines berühmten Wissenschaftlers, das der Münze eine gewisse Besonderheit verlieh.
So entstanden über viele Jahre Sammlungen, die sorgfältig nach Jahrgang und Münzzeichen geordnet wurden.
Heute finden wir solche Zusammenstellungen regelmäßig in Nachlässen. Oft liegen die Max-Planck-Münzen zusammen mit späteren Zweimarkstücken, frühen Kursmünzen der Bundesrepublik, Silberfünfern und Gedenkmünzen.
Gerade bei einer umfangreichen Sammlung sollte man sich deshalb nicht allein auf die Max-Planck-Zweier konzentrieren. Andere Münzen können für den Gesamtwert wesentlich wichtiger sein.
Eine Sammlung mit Max-Planck-Münzen verkaufen
Wenn Sie eine ältere Münzsammlung geerbt haben, müssen Sie nicht jede einzelne Zweimarkmünze bestimmen oder ihren vermeintlichen Wert im Internet recherchieren.
Für eine erste Einschätzung ist es meist sinnvoller, die Sammlung in ihrem ursprünglichen Zusammenhang zu betrachten. Neben den häufigen Kursmünzen können sich darin bessere Jahrgänge, interessante Erhaltungen, Silbermünzen oder andere numismatisch wertvolle Stücke befinden.
Wir interessieren uns insbesondere für umfangreiche, über längere Zeit zusammengetragene Münzsammlungen.
Wenn Sie eine solche Sammlung verkaufen möchten, können Sie uns einige Übersichtsfotos und eine kurze Beschreibung zusenden. Eine vorherige Sortierung oder Einzelbewertung ist nicht erforderlich.