Die Schmidt/Hausmann Nachprägungen von Goldmünzen des Deutschen Kaiserreichs

In der jungen Bundesrepublik gehörte der Handel mit Goldmünzen noch zum Tagesgeschäft von Banken und Sparkassen. Gold-Anlagemünzen, Bullionmünzen wie Krügerrand, Maple Leaf und andere, gab es noch nicht, so dass sich der Handel auf historische Münzen des In- und Auslands beschränkte. Einen besonderen Stellenwert hatten dabei die Goldmünzen des deutschen  Kaiserreichs, die nicht nur zu Anlagezwecken, sondern auch von Sammlern gekauft wurden. Für diese Münzen wurden von den Banken auch deutliche Aufschläge verlangt. Die Nachfrage war offenbar so groß, dass der Bonner Augenarztes Dr. med. Karl-Heinz Schmidt in Kooperation mit seiner Schwester Ilona Hausmann 1959 eine Firma gründete, um mit hohem technischen Aufwand und Perfektion Reichsgoldmünzen nachzuprägen und diese auch über Banken zu vertreiben. Die Nachprägung an sich war zu diesem Zeitpunkt noch nicht strafbar, der Verkauf dieser Falsifikate als Originale jedoch schon. Nachdem dies im Rahmen eines Gerichtsprozesses festgestellt wurde, bedeutete das jedoch nicht das Ende der Schmidt/Hausmannschen Münzprägungen. Erst Anfang 1975 trat ein Gesetz in Kraft, mit dem die Nachprägung historischer Münzen generell untersagt wurde. Man vermutet, dass bis dahin allein durch die Fa. Schmidt/Hausmann mehrere Hunderttausend Nachprägungen von Goldmünzen des Kaiserreichs in Umlauf gebracht worden sind. Blättert man im Münzkatalog Kurt Jägers, der maßgeblich an der Aufdeckung des Skandals beteiligt war, so sieht man, dass es kaum eine Kaiserreich-Goldmünze gibt, die nicht gefälscht wurde. Nicht alle dieser Fälschungen werden der Firma Schmidt Hausmann zuzuschreiben sein. 
Der Markt für Kaiserreich-Goldmünzen wurde durch die Vorgänge sehr in Mitleidenschaft gezogen. Mit dem Wissen, dass es sich bei vielen seltenen Stücken auf dem Markt um Nachprägungen handeln könnte, ist eine extreme Vorsicht und Kaufzurückhaltung verständlich. Bei häufigen Münzen, wie z.B. 20 Mark Preussen die zum Goldpreis erworben werden, hält sich der Schaden in Grenzen. Anders bei teuren, seltenen Stücken für die ein zum Teil sehr hoher Sammleraufschlag bezahlt wurde. Dies gilt insbesondere, da keineswegs nur seltene Stücke nachgeprägt wurden, sondern auch die heute nur noch als Anlagemünzen gehandelte Massenware.
Da die Qualität zumindest der Schmidt-Hausmannschen Nachprägungen sehr gut ist, bedarf es schon eines geschulten Auges um diese zu erkennen. Seltene Kaiserreich-Goldmünzen sollten daher nur im seriösen Fachhandel gekauft werden.


Rechnung der Firma J. Hausmann + Co. KG Bonn über die Lieferung von "Original-Reichsgold-Nachprägungen" aus dem Jahr 1962

Interessant ist hier, dass der Verkaufspreis der Nachprägungen offenbar nicht vom Goldgewicht abhängig war, sondern sich an der Seltenheit der Originale orientierte. Der Goldpreis betrug 1962 35,10 Dollars pro Unze. Bei einem damaligen Wechselkurs von 1 Dollar = 3,90 DM entspricht das einem Preis von 4,41 DM pro Gramm oder 31,58 für ein 20 Reichsmark Goldstück. Das goldene Fünfmarkstück hatte also nur einen Materialwert von 7 Mark 90! Bei einem VK von 90,- DM (siehe oben) lies sich also gut etwas verdienen.

 


Garantieschein, mit dem der Feingoldgehalt von 900/1000 der "Original-Nachprägungen von Reichs-Gold-Münzen" zugesichert wird.

Original und Fälschung am Beispiel einer 20 Mark Goldmünze Friedrich Deutscher Kaiser König von Preussen 1888

Technische Daten:
Gewicht: 7,94 Gramm / 8,0 Gramm
Durchmesser: 22,5 mm / 22,5 mm
Dicke: 1,45 mm / 1,45 mm
Feingehalt: 900/1000 / 900/1000


Vorderseite 20 Mark Preussen Friedrich 1888: links original, rechts Nachprägung

Die Buchstaben der Nachprägung haben nicht so scharfe Konturen und sind breiter und wulstiger. Hier gut zu sehen am Buchstaben A für den Prägeort Berlin. Die erhabene Darstellung des Kopfes bei der Nachprägung mit etwas rauherer Oberflächenstruktur.


Rückseite 20 Mark Preussen Friedrich 1888: links original, rechts Nachprägung

Die Buchstaben der Nachprägung haben nicht so scharfe Konturen und sind wulstiger.

Schmidt Hausmann Nachprägungen Randinschrift
Randinschrift: oben original, unten Nachprägung

Die Randinschrift der Nachprägung ist deutlich unschärfer, die Buchstaben sind breiter und wirken wie plattgewalzt. Die Inschrift verläuft nicht mittig im Rand.


Wenn Sie sich nicht sicher sind, kaufen Sie hochpreisige Münzen lieber im Fachhandel!

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